Den Llogara-Pass fahren: ein Tourist:innen-Leitfaden
Der Llogara-Pass ist Albaniens schönste — und anspruchsvollste — Straße. 1027 m Höhe, 30 Minuten Serpentinen ohne Pause. So bewältigt man ihn wie ein Profi.

Worauf ihr euch einstellen müsst
Der Llogara-Pass verbindet Vlora mit der südlichen Riviera (Dhërmi, Himarë, Sarandë). Maximale Höhe 1027 Meter, Gesamtlänge etwa 25 km, bis zu 50 Serpentinen pro Richtung. Guter Asphalt, aber stellenweise eng.
Der Blick vom Pass gehört zu den schönsten im Mittelmeerraum — die albanische Riviera breitet sich unten wie eine bunte Decke aus. Das ist der Hauptgrund, warum die Hälfte aller Besucher Albaniens das Auto dem Bus vorzieht: ohne Aussichtsstopps ist das Erlebnis nicht dasselbe.
Fahrzeit: etwa 35 Minuten Vlora → Dhërmi unter normalen Bedingungen. Im Sommer mit Verkehr kann sich das verdoppeln. Langsam fahren — hier wird nicht gehetzt.
Auto vorbereiten
Beim Mietwagen: Modell nicht älter als 5 Jahre, ggf. Automatik, wenn ihr Schaltung in Serpentinen nicht gewohnt seid. Niedrige Gänge (1 und 2) sind beim Bergab-Fahren wichtiger als die Bremse. Dauerbremsen führt zu Überhitzung.
Tank vor der Abfahrt prüfen. Auf dem Pass gibt es keine Tankstelle — die letzte im Norden ist in Vlora, die erste im Süden in Dhërmi (klein, nachts evtl. zu). Vorher volltanken.
Reifen und Kühlmittel kontrollieren. Der Temperaturunterschied zwischen Meeresniveau und Passhöhe kann 10°C betragen — Reifen verhalten sich in der Kälte anders. Über 1000 m verliert der Motor außerdem etwa 10 % Leistung — wundert euch nicht, wenn die Beschleunigung bergauf träger wirkt.
Kurven-Strategie
Goldene Regel: langsam reinfahren, mit Gas rausfahren. Vor der Kurve bremsen, nicht in der Kurve. Fahrtechnisch eine Selbstverständlichkeit, von Tourist:innen unter Stress aber oft missachtet.
Eure Spur halten — Tourbusse und LKW schneiden in engen Kurven gern in eure Spur. Wenn euch in einer engen Kurve ein Bus entgegenkommt: anhalten und vorlassen. Risiko lohnt sich nicht.
Hupe gezielt einsetzen. Bei unübersichtlichen Kurven ein kurzer Hupton, der entgegenkommende Fahrzeuge warnt. Nicht missbrauchen — albanische Fahrer:innen verstehen die Hupe als Signal, nicht als Ungeduld.
Aussichtsstopps
Zwischen Vlora und Dhërmi gibt es 3 offizielle Aussichtsstopps, alle mit kostenlosem Parkplatz und freier Sicht auf die Riviera. Der bekannteste ist „Riviera-Blick" bei km 18 — fast jeder Tourist macht hier sein Foto.
Nicht in Kurven ohne ausreichenden Seitenstreifen parken — gefährlich und teuer (€50 Bußgeld bei Polizeikontrolle). Nur offizielle Stopps nutzen. Wenn ihr keinen seht, weiterfahren — der nächste kommt innerhalb von 2 km.
Das Restaurant „Trik" auf der Passhöhe bietet Mittagessen mit grandiosem Blick und einen Kaffee mit traditionellem albanischem Joghurt. €10–€15 pro Person. Erwartet keinen Stadtkomfort — das ist ein authentischer Berg-Gasthof, kein Designlokal.
Tun / Lassen
TUN: vor der Abfahrt in Vlora tanken; oben 5 Minuten Pause für den Druckausgleich; bergab niedrige Gänge; kurze Hupsignale in Blindkurven.
LASSEN: nach Sonnenuntergang ohne gutes Licht fahren (Risiko); 10 Minuten am Stück bremsen (Bremsen überhitzen); „Selfies während der Fahrt" (häufige Unfallursache); Busse in Serpentinen überholen.
NOTFALL: 112 funktioniert in ganz Albanien. Unsere lokalen Anbieter bieten 24/7-Pannenhilfe. Manche Pass-Abschnitte haben schwaches Mobilfunksignal, aber in der Saison gibt es 4–5 Polizei-Kontrollpunkte, an denen man Hilfe holen kann.
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